datanoid

da|ta|no|id (Med.): das Wissen durch Nutzung von persönlichen Daten verfolgt zu werden.

Politik ist berechenbar

Erstellt von Dsaster am 8. Mai 2009

Eigentlich haben wir es schon gewusst. Politik beugt sich Lobbyisten. Jetzt scheint es Wirklichkeit zu werden. Die CDU stellte nun ihre Gesetzesnovelle zu diesem Thema vor, die praktisch keinen Schutz mehr für die Bürger bietet. Ursprünglich wurde vorgeschlagen, Adresshändler zu verpflichten die Genehmigung der Dateninhaber einzuholen, bevor mit diesen Daten gehandelt werden darf. Dazu sollte das sogenannte Listenprivileg gestrichen werden.
Doch die Mühe der Werbe- und Adresslobby zum Erhalt dieses Listenprivileg und damit den freien und genehmigungslosen Datensatzhandel trägt jetzt Früchte. Es fällt ein Politiker nach dem anderen um und findet plötzlich einen Schutz der privaten Daten überflüssig.
Die Union will stattdessen eine Alternative dazu einführen, die einer Abschaffung der Einwilligung gleichkäme. Will eine Firma ihre Kundendaten verkaufen oder verleihen, dürfte sie sich aussuchen, ob sie vorher jeden Kunden um Zustimmung bittet – was viel Mühe macht und die Gefahr birgt, dass eine Menge Nein sagen. Oder sie könnte nach dem Unionsvorschlag an jede Adresse schreiben, woher sie stammt. Die Unionslogik besagt, dass es genügt, wenn der Kunde erfahren könne, wer seine Daten verkauft hat.

Grösser könnte die Volksverdummung kaum ausfallen.
Link zum Artikel von der Zeit-online

Abgelegt unter Aktuelles, Daten und Politik, Persönliche Daten | Kommentare deaktiviert