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Wahl 2009 – Eine Bestandsaufnahme

Erstellt von Dsaster am 11. September 2009

saurer_apfelEs ist schon wirklich ein Dilemma für unsere politische Kaste, diese Unruhe, die die regelmässig wiederkehrende Wahl immer verursacht. Dabei wollen die Politiker doch nur ihre Ruhe, ungehindert weiter regieren und sich keine Sorgen um ihren Job machen müssen. Aber nein, alle 4 Jahre kommt das lästige Volk daher und will auch noch Einfluß nehmen. Und dieser Aufwand, den das mit sich bringt. Von Marktplatz zu Marktplatz fahren und sinnloses Zeug reden und dabei noch aufpassen, daß man nichts Falsches sagt. Das könnte doch eigentlich auch noch die Parteibasis machen.
Wir haben 2 inzwischen sehr ähnliche Parteien in unserer Regierung, die Politiker haben sich ihre Stühle grade mal warm gesessen, ihre Netze aus Freunden und Lobbyisten gespannt und sie wissen auf wen sie sich verlassen können. Die Politiker haben für sich und ihr Umfeld vorgesorgt und eigentlich nichts mehr auszustehen.

Wenn da nicht das Risiko dieser verdammten Wahl wäre….

Genauso kommt mir der aktuelle Wahlkampf vor. Die beiden großen “Volksparteien” ducken sich weg, weil sie genau wissen, daß das Wahlergebniss wohl nichts anderes als eine Fortsetzung der Großen Koalition zulassen wird. Ist ja auch toll. Weitermachen wie bisher, Business as usual. Die Mehrheit der Politiker will offensichtlich genau das. Sagt aber keiner, genau aus diesem Grund.

Die Oppositionsparteien strampeln sich deutlich mehr ab im Wahlkampf. Die FDP sieht sich jetzt schon als Sieger, obwohl sie genau weiß, daß sie nach der Wahl zu Recht wieder übersehen wird. Die Linke profitiert zur Zeit eher von der Schwäche der SPD, nützt ihr aber auch nichts, weil sie hinterher keiner kennen will. Und die Grünen kämpfen einen aussichtslosen Kampf, sie prostituieren sich ähnlich wie die FDP und nach der Wahl werden sie einfach nicht gebraucht.

Und dann ist da noch die Piratenpartei. Die grosse Unbekannte und die Überraschungstüte. Sie macht auch einen eher ruhigen herkömmlichen Wahlkampf, was aber eher daran liegt, daß es keine finanziellen Mittel gibt. Trotzdem wird sehr leidenschaftlich und engagiert wahlgekämpft. Ein Großteil des Wahlkampfes der Piratenpartei findet naturgemäss hier im Internet statt.
Die Piratenpartei ist sehr erfolgreich, sowohl im Zuwachs von Mitgliedern -Link- als auch in der aktiven Vermittlung der Themen.

Das Wahlergebnis der Piratenpartei wird sehr spannend werden. 3% wären schon ein grosser Erfolg für den ersten Antritt bei einer Bundestagswahl, genauso gut könnten es aber 4, 5 oder gar 7% werden.
Auweia, wenn das passiert, bringt das ja die ganze Politikszene durcheinander. Plötzlich wären ja doch andere Mehrheiten möglich, könnten sich die festgesessenen Bundestagsbewohner doch nicht mehr so sicher sein, daß sich nichts verändert.
Aber man kann doch nicht zulassen, daß da jemand unbekanntes daherkommt, der auch noch vom Volk gewollt wird. Kann das Volk überhaupt für sich entscheiden, fragt man sich da. Weiß das Volk überhaupt, was gut für sich ist?
Auf jeden Fall muss das verhindert werden. Es wird also aus allen Rohren gefeuert. Die FDP, die Linken und die Grünen haben die Themen der Piratenpartei mal still und heimlich als eigenes aufgenommen, obwohl sie vorher dagegen waren.
Und die beiden Großen versuchen ihre Partei und Politikerfahrung gegen den Neuling auszuspielen. Da wird dem KiPo-Verdächtigen Jörg Tauss sinnloserweise am allerletzten Sitzungstag die Immunität entzogen, den Mitgliedern der Piratenpartei wird vorgeworfen selbst KiPo-affin zu sein. Von den Vorwürfen der Ein-Themen-Partei und der “Partei des rechtsfreien Raumes” mal abzusehen.
Und warum haben nun alle Angst vor der Piratenpartei? Dieser kleinen, neuen und unbedeutenden Bewegung?
Weil sie Unruhe bringt, weil sie Ausdruck des Volkes ist und weil sie bereits im Vorfeld beschlossene Pfründe in Gefahr bringen kann.
Oder glauben Sie, das sich Zensurla schon nach einem neuen Job umgesehen hat, falls es mit der Wiederwahl nicht klappen sollte?

Es bleibt spannend – gehen Sie wählen!

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